Mittwoch, 3. Juni | 18 Uhr | Ort: Schloss Friedenstein, Spiegelsaal | Eintritt frei
Referent: Dr. Alexander Krünes, Forschungsstelle Stadtgeschichte Gotha
Veranstalter: Forschungsstelle Stadtgeschichte Gotha
Mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha wurde 1826 ein Staat geschaffen, der im Grunde diametral zu den Staatsbildungsprozessen stand, die in Deutschland nach dem Ende des Alten Reiches 1806 flächendeckend vollzogen wurden. Während im Mittelalter und der Frühen Neuzeit zahlreiche Territorien durch Polyzentralität gekennzeichnet waren, änderte sich dies im 19. Jahrhundert grundlegend. In nahezu allen deutschen Fürstentümern wurde die Verwaltung nun stärker zentralistisch ausgerichtet, was dazu führte, das in kultureller wie wirtschaftlicher Hinsicht vor allem jene Städte von dieser Entwicklung profitierten, die den Status einer Haupt- und Residenzstadt hatten. Großer Verlierer waren die Nebenresidenzen, die ihrer Hof- und Verwaltungsfunktionen sukzessive entledigt wurden. Dementsprechend versuchten nach der Hildburghäuser Teilung sowohl Coburg als auch Gotha der Degradierung zu einer Nebenresidenz entgegenzuwirken. Dass letztlich beide Städte damit Erfolg hatten, scheint vor dem Hintergrund, dass der neue Staat einschließlich des Fürstentums Lichtenberg nicht einmal 2.500 km² umfasste, umso erstaunlicher. Der Vortrag fragt nach den Ursachen dieser Entwicklung und beleuchtet dabei die besondere politische, administrative, kulturelle und finanzielle Situation in Coburg und Gotha im Jahr 1826.
Dr. Alexander Krünes studierte in Jena und Perugia Neuere Geschichte, Klassische Archäologie und Geographie. Im Jahr 2012 wurde er an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einer Arbeit zur Volksaufklärung in Thüringen im Vormärz promoviert. Anschließend war er wissenschaftlicher Koordinator des Forschungsprojektes „Thüringen im Jahrhundert der Reformation“ sowie Geschäftsführer der „Historischen Kommission für Thüringen“. Seit 2019 ist er als Stadthistoriker bei der Stadt Gotha tätig.
Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten bitten wir um Anmeldung bis zum 1. Juni unter 0361 737-5530 oder
unter veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de.